LED-Beleuchtung
Licht ist der effektivste Stolperschutz. Eine moderne LED-Stufenbeleuchtung verwandelt eine dunkle Treppe in einen sicheren Verkehrsweg und setzt gleichzeitig architektonische Akzente. Ob als indirektes Band unter der Stufe, als Spot in der Wand oder integriert im Handlauf – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Das Fazit vorab
Die ideale Beleuchtung kombiniert Sicherheit mit Ästhetik. Für den Neubau sind fest installierte Wandeinbauleuchten oder LED-Streifen unter den Stufen der Goldstandard. Für die schnelle Nachrüstung in Mietwohnungen bieten sich leistungsstarke Akku-Systeme mit Sensor an. Entscheidend ist immer: Das Licht muss die Stufenkante sichtbar machen, ohne zu blenden (Neutralweiß 4000K).
LED-Stufenbeleuchtung
01Welche Möglichkeiten gibt es? Die 3 System-Arten
A. Wandeinbau-Spots
Einzelne Leuchten werden in regelmäßigen Abständen (z.B. jede 2. Stufe) in die Wand eingelassen.
- Sehr dezente Optik
- Blendfrei (wenn tief montiert)
- Aufwändige Installation (UP-Dosen)
B. LED-Streifen (Stufenkante)
Flexible LED-Bänder werden unter die vordere Stufennase geklebt oder in Profile eingelassen.
- Beste Sichtbarkeit der Kanten
- "Schwebe-Effekt" (Exklusiv)
- Nur bei offenen/überstehenden Stufen
C. Handlauf-Beleuchtung
Ein LED-Band ist in die Unterseite des Handlaufs integriert und strahlt die gesamte Treppe von oben an.
- Schattenfreie Ausleuchtung
- Nachrüstbar (Handlauf-Tausch)
- Kabelzuführung muss geplant sein
02Normen & Vorschriften im Detail
Eine ausreichende Beleuchtung ist in den Landesbauordnungen (LBO) vorgeschrieben. Folgende Normen definieren die Qualität:
Fordert eine "blendfreie und schattenarme" Beleuchtung. Besonders wichtig: Stufenkanten müssen auch für sehbehinderte Menschen deutlich erkennbar sein (Kontrast).
Definiert Mindestbeleuchtungsstärken (Lux) für Verkehrswege. In Treppenhäusern werden oft min. 150 Lux auf der Stufe empfohlen.
Im Innenbereich reicht meist IP20. In Bädern oder im Außenbereich ist mindestens IP44 (Spritzwasserschutz) zwingend erforderlich.
Leuchten dürfen beim Treppensteigen (besonders aufwärts) nicht direkt ins Auge strahlen. Indirektes Licht oder Abdeckprofile sind Pflicht.
03Stromversorgung: Netz oder Akku?
Dies ist die wichtigste technische Entscheidung. Sie hängt davon ab, ob Sie Kabel verlegen können (Schlitze klopfen) oder nicht.
Festinstallation (230V / 12V)
Der Standard für Eigentum und Totalsanierung. Ein Netzteil wandelt 230V in 12V/24V Schutzkleinspannung um.
- Wartungsfrei (kein Laden)
- Smart-Home fähig (Zigbee, WiFi)
- Hohe Lichtleistung möglich
Nachrüstung (Akku/Batterie)
Die Lösung für Mieter oder wenn keine Kabel liegen. Meist magnetische Befestigung zum leichten Abnehmen.
- Installation in 5 Minuten (Kleben)
- Kein Elektriker nötig
- Muss geladen werden (alle 4-8 Wochen)
04Lichttechnik & Planungsschritte
Sensorik richtig planen
Das Licht muss angehen, bevor Sie die erste Stufe betreten.
- Antritt & Austritt: Sensoren gehören an beide Enden der Treppe.
- Erfassungswinkel: Darf nicht durch Geländerstäbe verdeckt werden.
- Lauflicht (Wasserfall): Effektvoll, erfordert aber teurere Steuergeräte (Controller).
Die richtige Lichtfarbe
Warmweiß oder Kaltweiß? Für Sicherheit gilt:
- Neutralweiß (4000K): Bietet den besten Kontrast und wirkt modern. Empfohlen für die Trittsicherheit.
- Warmweiß (2700K-3000K): Gemütlich, aber Kontraste sind "weicher". Eher für reine Akzentbeleuchtung.
Planungsablauf: Schritt für Schritt
Stufenanzahl, Breite und Position der Steckdosen ermitteln.
Entscheidung zwischen Wandeinbau (Rohbau) oder Stripes/Aufbau (Bestand).
Wo kommt der Trafo hin? (Unterverteilung oder Hohlraum unter der Treppe?)
Profile zuschneiden, kleben/schrauben, Komponenten verbinden.
Häufige Fehler
- Zu warmes Licht (<3000K) mindert Kontrast.
- Direkter Blick in die LED (Blendung). Abdeckprofile nutzen!
- Ungleichmäßige Ausleuchtung (Hell-Dunkel-Zonen).
- Sensor erfasst Bewegung zu spät (Unfallgefahr).
05Kosten & Pflege
| Lösung | Materialkosten (ca.) | Installationsaufwand |
|---|---|---|
| Akku-Spots (Set) | 50 – 150 € | Keiner (Kleben) |
| LED-Stripes (Selbstbau) | 150 – 300 € | Mittel (Profile kleben/schrauben, Kabel verstecken) |
| Profi-System (Wandeinbau) | 500 – 1.500 € | Hoch (Wände schlitzen, Dosen setzen, Verputzen) |
Pflegehinweise
LEDs sind wartungsfrei. Bei Akku-Systemen müssen die Einheiten alle 4-8 Wochen geladen werden (USB). Reinigen Sie Sensoren und Abdeckungen regelmäßig mit einem trockenen Tuch, damit die Lichtleistung erhalten bleibt.
06Häufige Fragen
Kann ich LED-Streifen kürzen?
Ja, an den markierten Schnittstellen (meist alle 5-10 cm).
Wie verstecke ich die Kabel bei Nachrüstung?
Nutzen Sie die Wangen, Fußleisten oder flache Kabelkanäle in Wandfarbe. Bei offenen Treppen können Kabel oft unsichtbar unter der Stufe in den Holm geführt werden.
Was bedeutet "COB" LED?
Chip-on-Board. Diese Streifen haben keine sichtbaren Lichtpunkte mehr, sondern leuchten als durchgehendes, homogenes Band. Sehr edel!
Brauche ich einen Elektriker?
Für 230V-Anschlüsse und Unterputz-Systeme: JA. Für 12V-Stecksysteme und Akku-Lösungen: NEIN.
Muss der Trafo belüftet sein?
Ja! Netzteile werden warm. Nicht in Dämmwolle einpacken. Ein kleiner Hohlraum oder eine Unterverteilung ist ideal.
Wie lange hält ein Akku?
Im Automatik-Modus (nur bei Bewegung) oft mehrere Wochen bis Monate.