Treppenleiter
Eine Treppenleiter in diesem Kontext beschreibt eine ortsfeste, schienengeführte Plattform-Hebebühne, die mobilitätseingeschränkten Personen die vertikale Überwindung von Treppen ermöglicht. Sie transportiert Personen stehend oder im Rollstuhl und ist eine wirtschaftliche, platzsparende Alternative zum Einbau eines Personenaufzugs, insbesondere in Bestandsgebäuden.
Dieser Leitfaden ist die vollständige Anleitung für barrierefreien Zugang, Normen (DIN EN 81-41) und Sicherheitstechnik.
Treppenleitern
01Technische Definition und Funktionsweise
Eine Treppenleiter (im Sinne eines Plattformlifts) ist eine Förderanlage nach DIN EN 81-41. Ihr Kernunterschied zum Sitz-Treppenlift ist das Lastaufnahmemittel: eine Plattform oder ein Podest statt eines Sitzes. Dies erlaubt die Beförderung eines Rollstuhls.
- AntriebDer Antrieb erfolgt typischerweise hydraulisch oder per Zahnstange mit einer Sicherheitsgeschwindigkeit von ca. 0,06 m/s (sehr sanft).
- Einsatzbereiche
- Privater Wohnungsbau zur barrierearmen Umrüstung.
- Öffentliche Gebäude mit nachträglichem Einbau.
- Denkmäler und historische Bauten (schonende Substanz).
Plattform statt Stufen
02Normen, Vorschriften und Sicherheit
Die Ausführung unterliegt strengen Regeln. Zentral ist die DIN EN 81-41:2021-03 für vertikale Plattformaufzüge sowie die Landesbauordnungen (LBO).
03Vor- und Nachteile
Vorteile
- Barrierefreiheit: Ermöglicht Rollstuhlnutzern selbstständigen Zugang.
- Platzsparend: Weniger Eingriff als ein Aufzug.
- Nachrüstbar: Ideal für Bestandsgebäude.
Nachteile
- Geschwindigkeit: Langsamer als ein Aufzug (Sicherheitsvorschrift).
- Restlaufbreite: Treppe muss breit genug sein.
- Wartung: Regelmäßige Prüfung erforderlich.
04Kosten & Preisfaktoren
Preisspanne
- Gerader Plattformlift: 8.000 – 15.000 €
- Kurvenlift: 15.000 – 25.000 €+
Preistreiber
- Schienenlänge: Längere Strecke = höherer Preis.
- Kurven: Kurvenschienen sind aufwendiger.
- Plattformgröße: Größere Plattformen kosten mehr.
05FAQ: Die wichtigsten Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Treppenlift und einer Treppenleiter?
Ein Treppenlift hat einen Sitz (Sitzlift) und ist für gehfähige Personen gedacht. Eine Treppenleiter (im Sinne eines Plattformlifts) hat eine Plattform, auf die ein Rollstuhl fahren kann.
Wird für eine Treppenleiter Starkstrom benötigt?
Ja, für den Antrieb solcher Plattformlifte ist meist ein 400V/3-Phasen-Anschluss (Kraftstrom) erforderlich, da hohe Lasten bewegt werden. Die Steuerung läuft oft über 230V.
Kann eine Treppenleiter um die Ecke fahren?
Ja, es gibt Plattformlifte mit speziellen Kurvenschienensystemen. Diese sind jedoch im Planungsaufwand und in der Anschaffung deutlich teurer als gerade Systeme.
Ist eine Baugenehmigung für eine Treppenleiter nötig?
Oft besteht eine Anzeigepflicht. Zudem muss die Anlage die CE-Konformität erfüllen und bei gewerblicher Nutzung vor Inbetriebnahme geprüft werden. Landesbauordnungen beachten!
Wer darf eine Treppenleiter warten?
Die Wartung darf nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen (Herstellerservice), um die Betriebssicherheit gemäß BetrSichV zu gewährleisten.
Was passiert bei Stromausfall?
Moderne Anlagen verfügen über eine Notabsenkung (manuell oder per Akku), sodass die Plattform sicher in die nächste Etage gefahren werden kann.
Wie breit muss die Treppe für einen Plattformlift sein?
Die verbleibende Restlaufbreite (Rettungsweg) muss gewahrt bleiben. Dies sind oft 80-100 cm neben der hochgeklappten Plattform.
Was ist eine Totmannschaltung?
Das bedeutet, dass der Bedienknopf während der gesamten Fahrt gedrückt gehalten werden muss. Lässt man los, stoppt der Lift sofort. Dies ist eine Sicherheitsvorschrift.
Fazit
Barrierefreiheit ohne Aufzugschacht
Eine Treppenleiter (Plattformlift) ist die ideale Lösung, wenn ein konventioneller Aufzug nicht möglich oder zu teuer ist. Sie ermöglicht Rollstuhlfahrern und gehbehinderten Personen die selbstständige Nutzung von Treppen und erfüllt dabei höchste Sicherheitsstandards nach DIN EN 81-41.