Normen

DIN 4109: Schallschutz im Hochbau

Trittschallschutz (≤53 dB), Luftschalldämmung und Körperschallentkopplung bei Treppen: Mindest- und erhöhte Anforderungen, VDI 4100 Schallschutzstufen.

Ruhe im Treppenhaus: Die DIN 4109 regelt den baulichen Schallschutz im Hochbau. Für Treppen sind besonders der Trittschallschutz (L'n,w) und die Körperschallentkopplung entscheidend, um Lärmbelästigungen in angrenzenden Wohnungen zu vermeiden.

Normstruktur DIN 4109

Die DIN 4109 besteht aus mehreren Teilen mit unterschiedlichen Anforderungen:

DIN 4109-1
Mindestanforderungen
DIN 4109-2
Rechnerische Nachweise
DIN 4109-5
Erhöhter Schallschutz

Interaktiver Schallschutz-Prüfer

Prüfen Sie die Trittschall- und Luftschallanforderungen für Ihre Treppenkonstruktion.

Schallschutz-Prüfer nach DIN 4109

Prüfen Sie Trittschall- und Luftschallanforderungen für Ihre Treppe

Gemessener oder berechneter Wert (niedriger = besser)

Für Treppenhauswand (höher = besser)

Anforderungen für Ihre Auswahl

Trittschall L'n,w

53 dB

Luftschall R'w

53 dB

PrüfergebnisseAnforderungen erfüllt
Rechnerischer Nachweis

Nach DIN 4109-2 muss der Rechenwert L'n,w,R mindestens 2 dB unter dem Anforderungswert liegen, um Ausführungstoleranzen zu berücksichtigen.

1Trittschallschutz für Treppen

Der Trittschallpegel L'n,w beschreibt, wie viel Schall beim Begehen einer Treppe in angrenzende Räume übertragen wird. Je niedriger der Wert, desto besser der Schallschutz.

GebäudetypAlt (1989)Mindest (2018)Erhöht
Mehrfamilienhäuser≤ 58 dB≤ 53 dB≤ 46 dB
Doppel-/Reihenhäuser≤ 53 dB≤ 46 dB≤ 39 dB
Bürogebäude≤ 58 dB≤ 53 dB-
Laubengänge, Balkone≤ 53 dB≤ 53-58 dB-
Verschärfte Anforderungen seit 2018

Die DIN 4109-1:2018 hat die Trittschallanforderungen um 5-7 dB verschärft. Ältere Bestandstreppen ohne Entkopplung erreichen diese Werte meist nicht!

2Luftschallschutz (Treppenhauswände)

Neben dem Trittschall muss auch die Luftschalldämmung der Treppenhauswände betrachtet werden. Das bewertete Schalldämm-Maß R'w beschreibt, wie gut eine Wand Luftschall dämmt - höhere Werte sind besser.

Treppenhauswände

Zu Wohnungen≥ 53 dB
Zu Büros≥ 52 dB
Erhöhter Schutz≥ 56 dB

Treppenhauswände bei D/R-Häusern

Mindestschutz≥ 57 dB
Erhöhter Schutz≥ 62 dB
VDI 4100 SSt III≥ 67 dB

3Körperschallentkopplung

Der wichtigste Faktor für guten Treppenschallschutz ist die Entkopplung von Treppenlauf und Podest vom Gebäude. Ohne Entkopplung werden die Grenzwerte fast nie eingehalten.

Tronsole/Isokorb

Elastomer-Lagerelemente zur Entkopplung von Podest und Treppenhauswand. Erreichen Verbesserungen von 15-25 dB.

Schwimmender Estrich

Unter Podesten kann ein schwimmender Estrich auf Dämmschicht den Trittschall zusätzlich reduzieren.

Elastische Auflager

Bei Stahltreppen: Sylomer-Pads oder andere elastische Auflager an allen Befestigungspunkten.

Typische Fehlerquellen
  • - Durchgehende Bewehrung ohne Trennelement
  • - Mörtelfuge statt elastischer Fuge
  • - Geländerpfosten direkt in Wand verankert
  • - Schallbrücken durch Installationen

4Konstruktionsarten und Schallschutz

Verschiedene Treppenkonstruktionen haben unterschiedliche schalltechnische Eigenschaften:

Massivtreppen

Vorteil: Hohe Masse dämpft gut

Nachteil: Körperschallübertragung

Lösung: Tronsole oder vergleichbar

Mit Entkopplung: ≤ 46 dB erreichbar

Stahltreppen

Vorteil: Flexibel, leicht

Nachteil: Geringe Masse, Resonanz

Lösung: Alle Auflagerpunkte entkoppeln

Mit Aufwand: ≤ 53 dB erreichbar

Holztreppen

Vorteil: Warme Oberfläche

Nachteil: Sehr leicht, knarrt

Lösung: Flüstertreppen-System

Als Flüstertreppe: ≤ 53 dB möglich

5Rechnerischer Nachweis

Der Nachweis nach DIN 4109-2 erfordert einen Sicherheitszuschlag von 2 dB:

Rechenwert Trittschall

Anforderung erfüllt, wenn:

L'n,w,R ≤ L'n,w,erf − 2 dB

Beispiel MFH: Rechenwert muss ≤ 51 dB sein (53 − 2)

Rechenwert Luftschall

Anforderung erfüllt, wenn:

R'w,R ≥ R'w,erf + 2 dB

Beispiel: Rechenwert muss ≥ 55 dB sein (53 + 2)

6Schallschutzklassen nach VDI 4100

Für gehobenen Wohnungsbau wird oft die VDI 4100 vereinbart, die über DIN 4109 hinausgeht:

SchallschutzstufeTrittschall L'n,wQualität
SSt I≤ 53 dBMindestschallschutz (= DIN 4109)
SSt II≤ 46 dBErhöhter Schallschutz
SSt III≤ 39 dBKomfort-Schallschutz

7Praktische Umsetzung

Checkliste für schallschutzgerechte Treppenplanung:

Planung

  • Schallschutzklasse vertraglich festlegen
  • Entkopplungssystem frühzeitig wählen
  • Rechnerischen Nachweis führen
  • Schallbrücken im Detail vermeiden

Ausführung

  • Montageanleitungen der Hersteller beachten
  • Keine Schallbrücken durch Mörtel/Beton
  • Randfugen dauerhaft elastisch halten
  • Geländerbefestigung prüfen

8Weiterführende Informationen

Offizielle Bezugsquellen und Praxishilfen:

DIN 4109-1:2018

Mindestanforderungen

DIN Media
Schöck Trittschallschutz

Praxisleitfaden und Produkte

Schöck Bauteile
DIN Auslegungen

Offizielle DIN-Auslegungen

DIN.de (PDF)
VDI 4100

Schallschutzstufen im Wohnungsbau

VDI Richtlinien

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