Normen

DIN EN ISO 14122-3: Zugänge zu maschinellen Anlagen

Treppen an Maschinen sind nach DIN EN ISO 14122-3 (Ausgabe Oktober 2016) 20 bis 45 Grad steil, haben ein Schrittmaß von 600 bis 660 mm und Geländer von mindestens 1100 mm Höhe.

Stand:

Zugänge an Maschinen: Die DIN EN ISO 14122-3 regelt die Sicherheit von Treppen, Treppenleitern und Geländern als ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen. Sie ist Teil 3 der vierteiligen Normenreihe DIN EN ISO 14122 zur Maschinensicherheit und bietet Vermutungswirkung gemäß EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Vermutungswirkung heißt: Wer die Norm einhält, bei dem wird angenommen, dass der Zugang die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Richtlinie erfüllt. Die Kernwerte lauten 20 bis 45 Grad Treppenneigung, 600 bis 660 mm Schrittmaß, mindestens 2300 mm lichte Durchgangshöhe und mindestens 1100 mm Geländerhöhe.

Ab 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung

Am 20. Januar 2027 löst die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 die Maschinenrichtlinie ab. Maschinen, die ab diesem Tag in Verkehr gebracht werden, müssen die neue Verordnung erfüllen. Nach Angaben der EU-Kommission (Stand August 2026) sollen die meisten bisher harmonisierten Normen im vierten Quartal 2026 auch unter der neuen Verordnung im Amtsblatt erscheinen. Ob die Reihe DIN EN ISO 14122 dazugehört, zeigt erst diese Veröffentlichung.

1Die Normenreihe DIN EN ISO 14122 besteht aus 4 Teilen

Die Kurzformen DIN 14122 und DIN EN 14122 bezeichnen dieselbe Normenreihe mit dem Gesamttitel Sicherheit von Maschinen, Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen. Jeder Teil deckt eine Art von Zugang ab, und Teil 1 entscheidet, welcher davon an einer bestimmten Stelle passt. Alle vier Teile sind im Oktober 2016 als deutsche Ausgabe erschienen und laut DIN Media weiterhin gültig (abgerufen am 13. September 2026).

TeilTitelRegeltDIN-AusgabeErsetzt
DIN EN ISO 14122-1Wahl eines ortsfesten Zugangs und allgemeine AnforderungenWelcher Zugang je nach Neigung und Nutzung passt2016-102002-01 und A1:2010-12
DIN EN ISO 14122-2Arbeitsbühnen und LaufstegeBühnen, Laufstege und Rampen bis 20 Grad Neigung2016-102002-01 und A1:2010-12
DIN EN ISO 14122-3Treppen, Treppenleitern und GeländerTreppen von 20 bis 45 Grad, Treppenleitern von 45 bis 75 Grad und alle Geländer2016-102002-01 und A1:2010-12
DIN EN ISO 14122-4Ortsfeste SteigleiternLeitern von 75 bis 90 Grad samt Absturzsicherung2016-102010-12

Die internationale Vorlage ISO 14122-3 erschien am 1. Juni 2016 als zweite Ausgabe. Sie ersetzt ISO 14122-3:2001 und nimmt deren Änderung von 2010 auf. Auf europäischer Ebene heißt die Norm EN ISO 14122-3:2016, und das DIN veröffentlicht sie in Deutschland mit einem nationalen Anhang, der Planern Hinweise zu Treppen, Treppenleitern und Geländern gibt.

Die Reihe ist eine Typ-B-Norm. Eine Typ-B-Norm behandelt einen Sicherheitsaspekt, der bei vielen Maschinenarten vorkommt, hier den Zugang. Gibt es für eine Maschinenart eine eigene Produktnorm, eine sogenannte Typ-C-Norm, und regelt diese den Zugang anders, dann gehen ihre Anforderungen vor.

Rechner prüft Ihren Maschinenzugang nach DIN EN ISO 14122-3

Prüfen Sie anhand Ihrer Eingaben, ob Ihr Maschinenzugang den Anforderungen der DIN EN ISO 14122-3 entspricht. Für Steigleitern legt der Rechner die Werte aus Teil 4 zugrunde.

Maschinenzugang-Prüfer nach DIN EN ISO 14122-3

Prüfen Sie Treppen, Treppenleitern und Steigleitern an maschinellen Anlagen

Schrittmaßberechnung

Formel: g + 2h = Auftritt + 2 × Steigung = 260 + 2 × 180 = 0 mm

Zielbereich: 600-660 mm für ergonomisches Steigen

PrüfergebnisseNormkonform

Grundsätzlich normkonform

Die geprüften Parameter entsprechen den Anforderungen der DIN EN ISO 14122-3. Dies ersetzt keine vollständige Konformitätsbewertung durch einen Sachverständigen.

2Für welche Zugänge gilt DIN EN ISO 14122-3?

Diese Norm gilt für ortsfeste Treppen, Treppenleitern und Geländer, die an maschinellen Anlagen montiert werden. Ortsfest heißt: Der Zugang lässt sich nur mit Werkzeug abbauen, weil er zum Beispiel verschraubt oder verschweißt ist. Klappbare, verschiebbare und bewegliche Teile solcher Zugänge fallen ebenfalls darunter.

Sie kommt zur Anwendung bei stationären und mobilen Maschinen, zum Beispiel bei:

Industriemaschinen

  • Produktionsanlagen und Fertigungsmaschinen
  • Fördertechnik und Logistikanlagen
  • Verpackungs- und Abfüllanlagen
  • Prüf- und Messeinrichtungen

Technische Anlagen

  • Silos und Behälter mit Wartungszugang
  • Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Krane und Hebezeuge
  • Windkraftanlagen und Energietechnik

Für kraftbetriebene Zugänge wie Aufzüge und Fahrtreppen gilt die Norm nicht, und für Maschinen, die vor dem Erscheinen der Ausgabe 2016 gebaut wurden, ebenfalls nicht. Treppen und Geländer eines Gebäudes erfasst sie dagegen mit, sobald deren Hauptaufgabe der Zugang zur Maschine ist.

Abgrenzung zu Gebäudetreppen

Die DIN EN ISO 14122-3 ersetzt nicht die DIN 18065 für Gebäudetreppen. Sie gilt nur für Zugänge, die Teil einer Maschine oder maschinellen Anlage sind. Treppen in Gebäuden unterliegen weiterhin der DIN 18065 und den Landesbauordnungen.

3Die Neigung entscheidet zwischen Treppe, Treppenleiter und Steigleiter

Teil 1 der Reihe legt die Wahl des Zugangs über den Neigungswinkel fest, also den Winkel zwischen der gedachten Linie über die Stufenkanten und der Waagerechten. Bis 20 Grad sind Rampen, Bühnen und Laufstege nach Teil 2 vorgesehen, darüber folgen Treppe, Treppenleiter und Steigleiter. Je steiler der Zugang, desto weniger Platz braucht er, und desto unsicherer wird er beim Tragen von Werkzeug oder Material.

Die Norm gibt klare Empfehlungen, welcher Zugangstyp je nach Einsatzfall gewählt werden sollte:

KriteriumTreppeTreppenleiterSteigleiter
Neigungswinkel20° bis 45°45° bis 75°75° bis 90°
Geregelt inDIN EN ISO 14122-3DIN EN ISO 14122-3DIN EN ISO 14122-4
PlatzbedarfHochMittelGering
NutzungshäufigkeitTäglich / häufigRegelmäßigGelegentlich / Wartung
LasttransportGut geeignetEingeschränktNicht geeignet
EmpfehlungBevorzugtBei PlatzmangelNur wenn nötig

4Treppen an Maschinen sind 20 bis 45 Grad steil und mindestens 600 mm breit

Treppen sind der bevorzugte Zugang zu Maschinen, wenn genügend Platz vorhanden ist. Sie bieten die sicherste Begehung für regelmäßigen Zugang.

Zwei Maße tauchen in allen Formeln auf. Der Auftritt g ist der waagerechte Abstand zwischen den Vorderkanten zweier Stufen, die Steigung h die Höhe von einer Trittfläche zur nächsten. Die Unterschneidung r gibt an, wie weit eine Stufe über die Vorderkante der darunterliegenden hinausragt.

ParameterMindestmaßEmpfohlenHinweis
Neigungswinkel20° bis 45°30° bis 38°Bevorzugter Bereich für ermüdungsarmes Steigen
Laufbreite600 mm≥ 800 mm600 mm nur bei beengten Verhältnissen
Schrittmaß (g + 2h)600 mm600 bis 660 mmg = Auftritt, h = Steigung; 660 mm ist die Obergrenze
Auftritt g210 mmhöchstens 310 mmAbstand der Stufenvorderkanten, waagerecht gemessen
Durchgangshöhe2300 mm≥ 2300 mmLichte Höhe über jeder Stufe, frei von Trägern und Rohren
Treppenlaufhöhe-max. 3000 mmDanach Zwischenpodest erforderlich; eine Treppe mit nur einem Lauf darf 4000 mm hoch sein
Podestlänge800 mm≥ LaufbreiteMindestens so lang, wie die Treppe breit ist
Unterschneidung r10 mm≥ 10 mmPlatz für die Schuhspitze beim Aufsteigen
Freiraum c1900 mm≥ 1900 mmRechtwinklig zur Linie über die Stufenkanten gemessen
Handläufe12 ab 1200 mm LaufbreiteUnter 1200 mm Laufbreite reicht ein Handlauf

Neigung, Schrittmaß und Auftritt nach DIN EN ISO 14122-1 und -3 (Ausgabe 2016); Laufbreite, Laufhöhe, Podest, Unterschneidung, Freiraum und Handläufe nach der Wegleitung der EKAS und der Praxishilfe 104 der BGHM (Stand März 2022). Die Tabelle fasst die Anforderungen sinngemäß zusammen; verbindlich ist der Normtext.

Schrittmaßformel erklärt

Die Formel g + 2h = 600 bis 660 mm basiert auf der durchschnittlichen Schrittlänge eines Erwachsenen; die Norm verweist dazu auf die ergonomischen Daten der ISO 15534-3. Bei einem Auftritt (g) von 260 mm und einer Steigung (h) von 180 mm ergibt sich 260 + 2 × 180 = 620 mm, ein idealer Wert für ermüdungsarmes Steigen. Mit dem kleinsten zulässigen Auftritt von 210 mm darf die Steigung höchstens 225 mm betragen, weil 210 + 2 × 225 genau 660 mm ergibt.

5Treppenleitern von 45 bis 75 Grad brauchen immer zwei Handläufe

Treppenleitern sind ein Kompromiss zwischen Treppe und Leiter. Sie werden eingesetzt, wenn der Platz für eine vollwertige Treppe nicht ausreicht, aber ein sicherer Zugang benötigt wird. Je steiler der Lauf, desto mehr hängt die Sicherheit am Festhalten, und deshalb verlangt die Norm hier Handläufe auf beiden Seiten.

Neigung

45° bis 75°

Steilerer Anstieg als Treppen

Stufentiefe

≥ 80 mm

Mindestauftritt für sicheren Halt

Handläufe

Beidseitig

Zwingend vorgeschrieben

Wichtige Unterschiede zur Treppe

  • - Maximale Steigung: 250 mm nach der EKAS-Wegleitung; bei Treppen ergibt sich aus Schrittmaß und kleinstem Auftritt höchstens 225 mm
  • - Beidseitige Handläufe sind immer Pflicht; eine Treppe braucht erst ab 1200 mm Laufbreite zwei Handläufe
  • - Laufbreite: 500 bis 800 mm, vorzugsweise 600 mm (enger als Treppen)
  • - Laufhöhe: höchstens 3000 mm je Treppenleiterlauf, Freiraum c mindestens 850 mm
  • - Der Handlauf sollte mindestens 1000 mm über der Einstiegsebene beginnen (EKAS-Wegleitung)

6Steigleitern ab 3 m Steighöhe brauchen eine Absturzsicherung

Steigleitern sind die steilste Form des Maschinenzugangs und sollten nur verwendet werden, wenn Treppen oder Treppenleitern nicht möglich sind. Ihre Anforderungen stehen nicht in Teil 3, sondern in DIN EN ISO 14122-4 (Ausgabe Oktober 2016, ersetzt die Ausgabe Dezember 2010).

Als Absturzsicherung kommen zwei Systeme in Frage. Ein Rückenschutz ist ein Korb aus Bügeln und Längsstäben, der die Leiter umschließt. Ein Steigschutz ist eine Schiene an der Leiter, in die sich der Nutzer mit Auffanggurt und mitlaufendem Auffanggerät einhängt.

AnforderungMaßErläuterung
Freiraum vor Leiter≥ 650 mmAbstand zur gegenüberliegenden Wand
Freiraum hinter Leiter≥ 200 mmAbstand zur Befestigungswand, damit der Fuß Platz auf der Sprosse findet
Seitlicher Abstand Holme≥ 75 mmZu seitlichen Hindernissen
Absturzsicherungab 3000 mm HöheRückenschutz oder Steigschutz erforderlich
Beginn des Rückenschutzeshöchstens 3000 mmÜber der Standfläche gemessen; über Bühnen oder Podesten beginnt er in höchstens 2200 mm Höhe

Freiräume und Schwelle für die Absturzsicherung nach der Praxishilfe 104 der BGHM (Stand März 2022); Beginn des Rückenschutzes nach dem Praxishandbuch der BG RCI, beide mit Bezug auf DIN EN ISO 14122-4:2016.

Ortsfeste Notleitern, über die sich Menschen im Brandfall aus einem Gebäude retten, regelt dagegen DIN 14094-1. Diese Norm gehört zum Feuerwehrwesen und nicht zur Maschinensicherheit.

7Geländer an Maschinen sind mindestens 1100 mm hoch

Geländer sichern Treppen, Treppenleitern, Podeste und Bühnen gegen den seitlichen Absturz. Die Norm definiert klare Mindestanforderungen. Ein Geländer besteht aus dem Handlauf oben, mindestens einer Knieleiste in der Mitte und einer Fußleiste am Boden; die Pfosten verankern es an Bühne oder Treppe.

Ab 500 mm Absturzhöhe ist ein Geländer Pflicht

Ein Geländer ist vorgeschrieben, sobald die mögliche Absturzhöhe an Bühne, Podest oder Treppe mehr als 500 mm beträgt. Auch ein Spalt von mehr als 200 mm zwischen Laufebene und angrenzender Wand oder Maschine verlangt ein Geländer, weil ein Fuß oder ein ganzer Körper hineinrutschen kann. Die Arbeitsstättenregel ASR A2.1 setzt die Grenze für Arbeitsplätze erst bei mehr als 1 m an; wer eine Maschine baut, hält die strengere Schwelle der Norm ein.

Geländeranforderungen

  • Mindesthöhe: 1100 mm, gemessen von der Laufebene bis zur Oberkante des Handlaufs
  • Handlauf: Muss sicheren Halt bieten, 25 bis 50 mm Durchmesser
  • Knieleiste: Lichter Abstand zu Handlauf und Fußleiste jeweils höchstens 500 mm
  • Füllstäbe: Senkrechte Stäbe statt Knieleiste stehen höchstens 180 mm auseinander
  • Fußleiste: Mindestens 100 mm hoch gegen Abrollen, höchstens 10 mm Spalt zur Laufebene

Handlaufanordnung

  • Treppen: Ein Handlauf, ab 1200 mm Laufbreite zwei
  • Treppenleitern: Zwingend beidseitig
  • Höhe auf der Treppe: 900 bis 1000 mm lotrecht über der Stufenvorderkante, am Austrittspodest 1100 mm
  • Freiraum: Mindestens 100 mm zwischen Handlauf und Wand oder Hindernis
  • Unterbrechung: Lücke zwischen zwei Geländerteilen 75 bis 120 mm
  • Ende: Ohne scharfe Kanten und so geformt, dass Kleidung nicht hängen bleibt

Maße nach der EKAS-Wegleitung zu Geländern an maschinellen Anlagen und dem Suva-Merkblatt 44006, beide gestützt auf EN ISO 14122-3; Höhe 1100 mm und Schwelle 500 mm auch in der BGHM-Praxishilfe 104 (Stand März 2022).

Für Geländer an Treppen in Wohn- und Bürogebäuden gelten stattdessen die Landesbauordnungen mit eigenen Höhen, beschrieben unter Geländer & Handläufe: Sicherer Halt.

8Werkstoffe und Trittflächen für Maschinenzugänge

Die Norm stellt Anforderungen an Materialien, um Langlebigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Nach Abschnitt 4.1 müssen Treppen, Treppenleitern und Geländer samt Scharnieren, Verankerungen und Befestigungen den vorhersehbaren Einsatzbedingungen standhalten. Welche das sind, legt der Hersteller für jede Maschine fest.

Materialien

  • - Stahl: Standardmaterial, korrosionsgeschützt
  • - Aluminium: Leicht, korrosionsbeständig, nicht in explosionsgefährdeten Bereichen
  • - Edelstahl: Für aggressive Umgebungen (Chemie, Lebensmittel)
  • - GFK: Elektrisch isolierend, chemikalienbeständig

Trittflächen

  • - Rutschhemmung: Profilierte oder gelochte Oberflächen
  • - Gitterroste: Selbstreinigend, rutschhemmend
  • - Riffelblech: Klassische Lösung für Industrietreppen
  • - Unterschneidung: Mindestens 10 mm für Schuhspitze

Stufen aus Gitterrosten sind bei Industrietreppen verbreitet, weil Wasser, Öl und Schmutz durch die Maschen fallen. Ihre Maße, Werkstoffe und Tragfähigkeit regelt eine eigene Norm, die DIN 24531-1.

9Treppen an Maschinen tragen mindestens 1,5 kN/m², mit Traglast 5 kN/m²

Die Konstruktion muss für die zu erwartenden Belastungen ausgelegt sein. Abschnitt 4.2 der Norm nennt dafür Mindestwerte ohne Sicherheitsbeiwerte; wer höhere Lasten vorhersehen kann, muss mit höheren Werten rechnen. Die Einheit kN/m² steht für Kilonewton je Quadratmeter, und 1 kN entspricht ungefähr der Gewichtskraft von 100 kg.

1,5 kN/m²

Wenige Personen ohne Traglast

5,0 kN/m²

Hohe Frequenz oder Lasttransport

1,5 kN je Stufe

Auf 100 × 100 mm an der Stufenvorderkante, ab 1200 mm Breite zwei Lasten im Abstand von 600 mm

Unter der Einzellast darf sich eine Stufe höchstens um 1/300 ihrer Spannweite oder um 6 mm durchbiegen, und es gilt der kleinere der beiden Werte. Bei einer 900 mm breiten Stufe sind das 3 mm.

10DIN EN ISO 14122 ist zur Maschinenrichtlinie harmonisiert

Die DIN EN ISO 14122-3 ist eine harmonisierte Norm im Sinne der EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Die Fundstellen aller vier Teile der Ausgabe 2016 erschienen am 9. September 2016 im Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. C 332); die Vorgängerausgaben verloren ihre Vermutungswirkung zum 31. Dezember 2016. In Deutschland setzt die Neunte Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (9. ProdSV) die Maschinenrichtlinie um.

Vermutungswirkung

Bei Anwendung der Norm wird vermutet, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllt sind. Das erleichtert die CE-Kennzeichnung erheblich.

Dokumentationspflicht

Der Hersteller muss in der technischen Dokumentation nachweisen, wie die Norm angewendet wurde. Abweichungen sind zu begründen und mit alternativen Schutzmaßnahmen zu kompensieren.

Betreiber beachten zusätzlich ASR A1.8 und ASR A2.1

Die Norm richtet sich an Hersteller. Wer eine Maschine im eigenen Betrieb nutzt, muss als Arbeitgeber außerdem die Arbeitsstättenverordnung einhalten, und die BGHM-Praxishilfe 104 nennt dafür vor allem die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Die ASR A1.8 Verkehrswege gilt in der Ausgabe März 2022 (GMBl 2022, S. 214), zuletzt geändert im GMBl 2024, S. 412; sie erfasst ausdrücklich auch Treppen und ortsfeste Steigleitern.

Für Absturzkanten gilt die ASR A2.1 in der Ausgabe November 2012 (GMBl 2012, S. 1220), zuletzt geändert im GMBl 2022, S. 245. Die Anforderungen der ASR an Treppen im Betrieb stehen gesammelt unter Arbeitsstättenrichtlinie ASR A1.8.

11Normtext und Praxishilfen zur DIN EN ISO 14122

Den vollständigen Normtext verkauft DIN Media. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) fasst die Anforderungen aller vier Teile kostenlos zusammen, und EUR-Lex veröffentlicht Richtlinie und Verordnung im Wortlaut.

DIN EN ISO 14122-3:2016-10

Offizieller Normtext bei DIN Media

DIN Media
BGHM Praxishilfe 104

Arbeitsschutz kompakt: Ortsfeste maschinelle Zugänge, Stand März 2022

BGHM Praxishilfe
Baunormenlexikon

Zusammenfassung und Kommentar zur Normenreihe

Baunormenlexikon
EU-Maschinenrichtlinie

Richtlinie 2006/42/EG, Grundlage der Norm und gültig bis 19. Januar 2027

EUR-Lex
EU-Maschinenverordnung

Verordnung (EU) 2023/1230 vom 14. Juni 2023, gilt ab 20. Januar 2027

EUR-Lex

Häufige Fragen zu DIN EN ISO 14122

Was regelt die DIN EN ISO 14122-3?

Die DIN EN ISO 14122-3 regelt Treppen, Treppenleitern und Geländer, die fest an einer Maschine oder maschinellen Anlage montiert sind. Aktuell ist die Ausgabe Oktober 2016. Sie nennt unter anderem ein Schrittmaß von 600 bis 660 mm, eine Treppenneigung von 20 bis 45 Grad und eine Geländerhöhe von mindestens 1100 mm. Aufzüge, Fahrtreppen und andere kraftbetriebene Zugänge regelt sie nicht.

Welche Teile hat die Normenreihe DIN EN ISO 14122?

Die Normenreihe DIN EN ISO 14122 hat vier Teile. Teil 1 regelt die Wahl des passenden Zugangs, Teil 2 Arbeitsbühnen und Laufstege, Teil 3 Treppen, Treppenleitern und Geländer und Teil 4 ortsfeste Steigleitern. Alle vier Teile sind als DIN-Ausgabe im Oktober 2016 erschienen.

Gilt DIN EN ISO 14122-3 auch für Treppen in Gebäuden?

DIN EN ISO 14122-3 gilt für eine Gebäudetreppe nur dann, wenn ihre Hauptaufgabe der Zugang zu einer Maschine ist. Andere Treppen in Gebäuden richten sich nach DIN 18065 und der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Ab welcher Höhe braucht eine Steigleiter an einer Maschine eine Absturzsicherung?

Eine Steigleiter an einer Maschine braucht nach DIN EN ISO 14122-4 ab mehr als 3 m Steighöhe eine Absturzsicherung. Das ist entweder ein Rückenschutz, also ein Korb aus Bügeln um die Leiter, oder ein Steigschutz, bei dem sich der Nutzer mit Gurt und Auffanggerät in eine Schiene einhängt.

Wie hoch muss ein Geländer an einer Maschinenbühne nach DIN EN ISO 14122-3 sein?

Ein Geländer an einer Maschinenbühne muss nach DIN EN ISO 14122-3 mindestens 1100 mm hoch sein, gemessen von der Laufebene bis zur Oberkante des Handlaufs. Vorgeschrieben ist ein Geländer ab einer möglichen Absturzhöhe von mehr als 500 mm. Auf der Treppe selbst liegt der Handlauf 900 bis 1000 mm lotrecht über der Stufenvorderkante.

Gilt DIN EN ISO 14122 nach der Maschinenverordnung ab 2027 weiter?

Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027 und ersetzt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Eine Norm löst unter der neuen Verordnung erst dann die Vermutungswirkung aus, wenn die EU-Kommission sie dafür im Amtsblatt veröffentlicht. Nach Angaben der Kommission (Stand August 2026) soll das für die meisten bisher gelisteten Normen im vierten Quartal 2026 geschehen.

Quellen

  1. ISO 14122-3:2016, Leseprobe mit Anwendungsbereich, Lastannahmen und Schrittmaß (Abschnitte 1 bis 5.2), iTeh Standards, abgerufen am 13. September 2026
  2. Arbeitsschutz kompakt 104: Ortsfeste maschinelle Zugänge (Stand März 2022), BGHM, abgerufen am 13. September 2026
  3. Wegleitung: Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen, EKAS, abgerufen am 13. September 2026
  4. Wegleitung: Geländer zu maschinellen Anlagen, EKAS, abgerufen am 13. September 2026
  5. Praxishandbuch Baustoffindustrie, A 3.4 Steigleitern, BG RCI, abgerufen am 13. September 2026
  6. ASR A1.8 Verkehrswege (Ausgabe März 2022, zuletzt geändert GMBl 2024, S. 412), BAuA, abgerufen am 13. September 2026
  7. Neue EU-Maschinenverordnung gilt ab 2027 (aktualisiert am 16. April 2026), IHK Lippe zu Detmold, abgerufen am 13. September 2026
  8. Neue Maschinenverordnung: Status harmonisierter Normen (Stand 25. August 2026), IBF Solutions, abgerufen am 13. September 2026

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