Normen

Barrierefreies Bauen (DIN 18040)

Kontrastreiche Stufen, beidseitige Handläufe und Bewegungsflächen. So wird die Treppe für alle nutzbar.

Design für Alle (DIN 18040): Eine "barrierefreie Treppe" ist für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderungen essenziell zur selbstständigen Nutzung. Der Grundsatz ist das Zwei-Sinne-Prinzip: Informationen müssen immer über mindestens zwei Sinne wahrnehmbar sein (Sehen + Tasten).

Interaktiver Rechner: Kontraste & Geometrie

Barrierefreiheit-Prüfer (DIN 18040)

Kontrast-Rechner (Michelson)
Kontrast K
0
Sehr gut (K ≥ 0,7)
Geometrie-Checkliste
5 von 6 Kriterien erfüllt

Einige Kriterien fehlen noch für volle Barrierefreiheit.

1Die Stufen: Sichtbarkeit und Stolperfreiheit

Für Menschen mit Sehschwäche verschwimmen Stufen oft zu einer grauen Rampe. Ohne klare Kanten ist ein Sturz vorprogrammiert.

Geschlossene Stufen

Barrierefreie Treppen müssen Setzstufen (die senkrechte Verkleidung) haben. Offene Stufen irritieren das Auge (Durchblick) und bergen die Gefahr, mit Gehhilfen oder dem Blindenstock hängenzubleiben.

Keine "Nasen"

Die Trittstufe darf nicht über die Setzstufe hinausragen (keine Unterschneidung). Menschen mit Fußheberschwäche bleiben an der Nase hängen.
Ausnahme: Schräge Setzstufen (max. 2 cm Überstand).

2Markierung: Kontraste retten Leben

Jede Stufe muss für Sehbehinderte erkennbar sein. Die DIN 18040 fordert Sicherheitsmarkierungen direkt an den Stufenkanten (4-5 cm auf der Trittstufe, 1-2 cm auf der Setzstufe).

Der Kontrast (Michelson-Formel)

Es reicht nicht, "irgendeine" Farbe zu nehmen. Der Leuchtdichtekontrast K muss ≥ 0,4 sein (besser 0,7).

K = (Lh - Ld) / (Lh + Ld)
Lh = Reflexionsgrad hellere Farbe
Ld = Reflexionsgrad dunklere Farbe
Rechenbeispiel:
Schwarze Granittreppe (Reflexion 0,1) mit hellgrauem Streifen (Reflexion 0,6).
K = (0,6 - 0,1) / (0,6 + 0,1) = 0,5 / 0,7 ≈ 0,71.
Sehr gut geeignet (Wert > 0,7).

3Der Handlauf: Mehr als nur Festhalten

  • BeidseitigkeitZwingend auf beiden Seiten erforderlich (für Links- und Rechtshänder bzw. einseitig Gelähmte).
  • 30-cm-Regel (Überstand)Muss 30 cm waagerecht über Anfang und Ende der Treppe hinausragen. So findet man Halt, bevor die Stufe beginnt.
  • GriffprofilRund oder oval (Ø 3–4,5 cm). Rechteckige Profile sind unzulässig (kein sicherer Kraftschluss).
  • Taktile InfosInfos wie Stockwerk oder Ausgang in Braille- und Profilschrift auf der handabgewandten Seite des Handlaufs.

4Bodenindikatoren: Warnung für Blinde

Aufmerksamkeitsfeld

Vor Treppen, die im freien Raum beginnen, müssen blinde Menschen gewarnt werden. Ein Streifen mit Noppenstruktur (Bodenindikatoren) lässt sich mit Füßen oder Stock ertasten.

  • Position: Direkt vor der obersten Stufe.
  • Tiefe: Mindestens 60 cm über die gesamte Breite.

5Geometrie im Detail

Nur gerade Läufe: Gewendelte Treppen sind für Rollstuhlfahrer (die getragen werden) und Blinde extrem schwierig. Barrierefreie Treppen sollen gerade sein.

Maße: Stufenhöhe max. 17 cm, Auftritt min. 29 cm.

Barrierefreiheit (DIN 18040) | Normen & Gesetze | treppensicherheit.de